Gartenvoliere Wellensittiche

Die Außenvoliere - allgemeine Informationen, Tipps, Erfahrungen

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich eine eigene Außenvoliere in den Garten zu setzen, sollte sich vorher über viele Dinge im Klaren sein. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. ;o)

  • Sorgfältige Planung Wie groß kann die Voliere werden, wie groß soll sie werden? Je größer, desto besser. Ich glaube nicht, dass der Pflegeaufwand bei einer großen Voliere viel höher ist als bei einer kleinen; je kleiner eine Voliere ist, desto häufiger muss man sauber machen. Und immer daran denken: Die künftigen Bewohner müssen mit dem vorhandenen Platz auskommen, da ja kein zusätzlicher Freiflug möglich ist. Wenn die Piepmätze längere Strecken fliegen können, trägt das zu ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden bei.
  • Kosten Eine Außenvoliere ist schon in der Anschaffung nicht billig. Damit ist es aber nicht getan. Es kommen laufende Kosten hinzu; sowohl regelmäßig wiederkehrende für Futter und Einstreu als auch unkalkulierbare z. B. für den Tierarzt. Da in einer Gartenvoliere normalerweise wesentlich mehr Vögel gehalten werden als in der Wohnung, ist dieser Punkt nicht zu vernachlässigen. Einplanen sollte man auch unbedingt notwendige Renovierungsarbeiten, die spätestens nach ein paar Jahren auf einen zukommen. Das kann neuer Volierendraht sein, oder es müssen neue Holzbalken her, oder ... Holzlasur zur Pflege des Holzes ist auf jeden Fall nötig (davon ausgehend, dass irgendwo an der Voliere Holz verwendet wird).
  • Aufwand Eine Außenvoliere bedeutet 365 Tage im Jahr Arbeit, mal mehr, mal weniger. Ok, Füttern und Tränken ist nicht zeitaufwändig und zwangsläufig bei jeder Form der Tierhaltung nötig. Auch sollte man jeden Tag ein paar Minuten einplanen, um jeden einzelnen Vogel in Augenschein zu nehmen, um mögliche Krankheiten frühzeitig zu entdecken und handeln zu können. Die Reinigung ist kaum vergleichbar mit der von Zimmervolieren. Eine Außenvoliere bedeutet mitunter schwere körperliche Arbeit, z. B. Sandsäcke schleppen, Sand sieben, sonstige Einstreu wechseln ... Auch bei der Dekoration sollte man daran denken: Wer sich beispielsweise für Steine entscheidet, wie ich es getan habe, muss diese ab und an auch mal bewegen - also nur Steine mit einem Maximalgewicht wählen, das man selbst noch bewältigen kann.
    Ein Frühjahrsputz ist empfehlenswert und dauert erfahrungsgemäß mindestens einen ganzen Tag; wer auch noch das Holz in Schuss bringen will, muss noch mehr Zeit einplanen.
  • Urlaubsvertretung Wer nicht ganz auf Urlaub verzichten will, braucht eine vertrauenswürdige Person, die sich täglich um die Vögel kümmert. Hat diese Person selbst nicht allzu viel Ahnung von Vogelhaltung, empfehle ich, mindestens einen Ansprechpartner im Vorfeld zu informieren, der im Notfall telefonisch oder - noch besser - vor Ort Hilfe leisten kann. Meine Vögel werden - wenn überhaupt - grundsätzlich genau dann krank, wenn ich im Urlaub bin.
  • Nachbarn Was sagen eigentlich die Nachbarn zum geplanten Vorhaben? Besser vorher abklären.

Einrichtung einer Außenvoliere

Aha, alle Fragen geklärt?! Die Voliere steht und soll nun bezugsfertig gemacht werden? Meine Tipps:

  • Einstreu Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.
    • Sand Vorteile: Kann man prima durchsieben, sieht schön aus. Nachteile: Gewicht, mögliche Gefahr bei "Sandfressern" - wird heiß diskutiert. Ich verwende Papageiensand und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht
    • Erde Vorteile: Reinigung ist relativ unproblematisch; regelmäßig Kot abtragen, durchharken und bei Bedarf teilweise austauschen. Sehr naturnah. Bietet die Möglichkeit für (größtenteils hoffnungslose) Begrünungsexperimente. Nachteile: Der Untergrund unter der Erde muss das Abfließen von Wasser ermöglichen. Da ich ein Betonfundament habe, habe ich Löcher hineingebohrt. Ansonsten droht Fäule durch Staunässe.
    • Buchenholzgranulat ist meiner Meinung nach nur für das trockene Schutzhaus geeignet. Ich gehe davon aus, dass es im Außenbereich schnell fault, habe es nie ausprobiert.
    • Sonstige Einstreu Für das Schutzhaus verwende ich Einstreu, für die mir gerade die Worte fehlen. Es hat eine leichte, heuähnliche Faserstruktur und ist schnell ausgetauscht. Mir bekannte Marken sind "Hemparade" und "Hugro".
  • Sitzmöglichkeiten Naturäste sind die einfachste, schönste und natürlichste Möglichkeit. Als Holzarten kommen u. a. in Frage: Ahorn, Birke, Eiche (nur getrocknet, nicht frisch verwenden!), Erle, Esche, Haselnuss, Korkenzieherhasel und -weide, Linde, Pappel und Platane. Die Äste befestige ich mit sehr starkem Blumenbindedraht oder Uhrkettchen (gibt's im Baumarkt), indem ich sie an S-Haken hänge. Außerdem können auch Sitzseile durch die Voliere gespannt werden. Ich nehme dazu Sisal-Seil aus dem Baumarkt (gibt es gleich in 10 m Länge).
  • Baden Wer nicht einen solchen Aufwand betreiben möchte, wie ich es mache, kann auch einfach einen großen Blumenuntersetzer als Bademöglichkeit anbieten. Aber nicht zu tief befüllen; gerade Wellensittiche sind da oft sehr zimperlich. Hat die Schale einen hohen Rand, helfen Steine als Einstiegsmöglichkeit.
  • Bewohner In der Regel hat man schon ein paar eigene Vögel, die in die Voliere ziehen sollen, aber meistens sollen und dürfen es noch ein paar mehr sein. Ich möchte jedem ans Herz legen, Abgabevögel aufzunehmen. Das kann entweder über Foren geschehen, oder man schaut selbst mal in Kleinanzeigenmärkte. Was man nicht vergessen darf: Jeder Neuzugang ist eine potentielle Gefahr für den vorhandenen Bestand, denn viele Krankheiten sind zunächst unsichtbar. Man kann den Vorbesitzer bitten, einen Tierarzt-Check durchführen zu lassen und den Befund vorzulegen. Ist der Vogel gesund, kann er gleich in die Voliere einziehen (von ca. Mitte Mai bis Mitte September für Vögel aus Wohnungshaltung). Ist der Vorbesitzer nicht zu diesen Untersuchungen bereit, bleibt einem nichts anderes übrig, als den Vogel selbst untersuchen zu lassen und ihn bis zum Ergebnis in Quarantäne zu halten.
    Darüber hinaus möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal davon abraten, sich zu einem wilden Arten-Mix hinreißen zu lassen. Profitiert von meinen Erfahrungen und lasst es sein oder legt Euch zumindest auf gut harmonisierende Arten fest.

Nützliches Zubehör

Was braucht man im Volierenalltag? Was ist nützlich? Liste wird voraussichtlich noch ergänzt ...

  • mindestens eine gut verschließbare Futtertonne
  • ein kleines Behältnis, um das Futter aus der Tonne herauszuschöpfen
  • ein großer Kescher
  • mindestens ein Transportkäfig/Krankenkäfig und entsprechende Einrichtung
  • Putzzeug (Lappen, Topfschwamm, Eimer)
  • Müllbeutel
  • Wasserzufuhr in unmittelbarer Nähe der Voliere
  • Schraubhaken zur Befestigung
  • starker Blumenbindedraht und/oder Uhrkettchen
  • Werkzeug (Schraubendreher, Hammer, Zange)
  • Sieb (für Sand)
  • Kehrblech und Handfeger
  • Rechen, Harke, Besen

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